1991
Die österreichische Böhler Gruppe und die schwedische Uddeholm Gruppe werden zum BÖHLER-UDDEHOLM Konzern verschmolzen. Dadurch entsteht der weltweit größte Werkzeugstahl-Hersteller mit einem dichten, auf Edelstahl spezialisierten Vertriebsnetz. Als Muttergesellschaft der Gruppe wird am 10. Mai 1991 die BÖHLER-UDDEHOLM AG in Österreich gegründet. Die Anfänge der Standorte von Böhler und Uddeholm reichen in der Produktion jedoch schon jeweils mehrere Jahrhunderte zurück.
1992 – 1994
Als Resultat einer tief greifenden Umstrukturierung erzielt die Gruppe im Geschäftsjahr 1994 den wirtschaftlichen Turn-around. Bis zu diesem Zeitpunkt steht die BÖHLER-UDDEHOLM AG zu 100 % im Eigentum der Österreichischen Industrieholding AG (ÖIAG) und somit im Eigentum der Republik Österreich.
1995
Im April wird die BÖHLER-UDDEHOLM AG teilprivatisiert und an der Wiener Börse notiert. Die ÖIAG reduziert ihren Anteil an der BÖHLER-UDDEHOLM AG auf 72,7 %. Somit gelangen 27,3 % des Grundkapitals in den Streubesitz bei internationalen und österreichischen Anlegern.
1996
Die ÖIAG zieht sich auf einen Minderheitsanteil von 25 % an der BÖHLER-UDDEHOLM AG zurück. Der Konzern hat alle operativen Randbereiche abgegeben und ist nun ausschließlich auf vier Kerngeschäftsbereiche fokussiert: High Performance Metals, Welding Consumables, Precision Strip und Special Forgings. Die Division Welding Consumables wird in ein Joint Venture mit der ThyssenKrupp Gruppe eingebracht.
1997 – 1999
Nach der Phase der Konsolidierung verfolgt BÖHLER-UDDEHOLM nun einen Wachstumspfad durch gezielte Akquisitionen und Investitionen. So werden etwa der österreichische Bandstahl-Hersteller Martin Miller und das Schnellarbeitsstahl-Geschäft des US-amerikanischen Stahlkonzerns Allegheny Teledyne übernommen. In Kapfenberg wird eine Anlage zur Fertigung von pulvermetallurgisch hergestellten Stählen in Betrieb genommen.
2000 – 2002
Die neue Vakuum-Erschmelzungsanlage am Standort Kapfenberg geht im Geschäftsjahr 2000 in Betrieb. Die globale Wirtschaftskonjunktur wird durch die Terroranschläge vom 11. September 2001 in den USA und dem darauf folgenden Krieg in Afghanistan gedämpft. Eine Gruppe österreichischer Privatinvestoren erwirbt 25,1 % am Grundkapital der BÖHLER-UDDEHOLM AG und wird somit zum größten Aktionär.
2003
Im Frühjahr erwirbt BÖHLER-UDDEHOLM 50 % der Böhler Thyssen Schweißtechnik GmbH vom ThyssenKrupp Konzern und besitzt nun die Schweißtechnik-Gruppe zu 100 %. Diese Akquisition stärkt die Division Welding Consumables deutlich. Im November veräußert die ÖIAG ihren 25%-Anteil; BÖHLER-UDDEHOLM ist ein voll privatisiertes Unternehmen.
2004
BÖHLER-UDDEHOLM verzeichnet das beste Jahr seit Gründung des Konzerns; Umsatz und Ergebnis erreichen neue Höchstwerte. Das Unternehmen nützt die gute Konjunktur in fast allen Kernmärkten und profitiert zusätzlich von der im März abgeschlossenen Akquisition von Villares Metals S.A. (Brasilien). Dieses Edelstahl-Unternehmen ist Marktführer bei Werkzeugstahl, Schnellarbeitsstahl und Ventilstahl in Südamerika und stärkt die Division High Performance Metals.
2005
BÖHLER-UDDEHOLM erreicht neuerlich Rekordwerte bei Umsatz und Ergebnis. Ende Juni wird die Akquisition der Edelstahlwerke Buderus AG (Deutschland) abgeschlossen, die einen wesentlichen Meilenstein für den Wachstumspfad des Konzerns darstellt. Zusätzlich wird Ende Oktober die Übernahme der Avesta Welding AB (Schweden) finalisiert. BÖHLER-UDDEHOLM schließt Anfang Juni eine Kapitalerhöhung erfolgreich ab.
2006
BÖHLER-UDDEHOLM verzeichnet das dritte Rekordjahr in Folge. Die Integration der Buderus Edelstahl Gesellschaften und der Avesta Welding AB wird abgeschlossen. Der Konzern hebt das Investitionsvolumen deutlich an, in Suzhou (China) wird eine Produktionsanlage zur Fertigung von Schweißzusatzwerkstoffen errichtet. In den USA übernimmt der Konzern den Spezial-Schneidlinien-Hersteller Helmold.
2007/08
Die Gruppe erreicht neuerlich Rekordwerte bei Umsatz und Ergebnis. Gleichzeitig bringt dieses Jahr eine markante Veränderung in der Eigentümerstruktur der BÖHLER-UDDEHOLM AG. Nachdem der bisherige Hauptaktionär BU Industrieholding GmbH seine Anteile an voestalpine AG verkauft, übernimmt voestalpine im Wege eines freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebotes BÖHLER-UDDEHOLM im Juni mehrheitlich.
2008/09
voestalpine AG schließt die Übernahme der BÖHLER-UDDEHOLM AG ab, das Unternehmen steht nun vollständig im Besitz der voestalpine. Als Konsequenz erlischt mit 5. September 2008 die Notiz von BÖHLER-UDDEHOLM Aktien an der Wiener Börse. Die Integration in den voestalpine Konzern wird finalisiert; BÖHLER-UDDEHOLM bildet die zweitgrößte Division (Division Edelstahl) innerhalb der voestalpine Gruppe.